# Haulternative – Teil 1

Hinter diesem # verbirgt sich eine Aktion, die ich bisher nur bei einigen Youtubern gesehen habe. Da ich das Thema allerdings sehr inspirierend fand und ich dazu auch eine eigene Meinung habe, möchte ich diese Gedanken nun mit euch teilen.

Ich denke, es ist den meisten ein Begriff was ein Haul ist: Dabei stellen Personen Kleidungsstücke vor, die sie sich innerhalb eines festgelegten Zeitraums zugelegt haben. Besonders bei jungen Mädchen sind diese Videos sehr beliebt. Sie können sich von den Youtubern Inspiration holen und sich von deren Style inspirieren lassen. Die Haulternative soll das Thema als solches allerdings einmal von einer etwas kritischen und tiefgründigen Sichtweise beleuchten. Dabei sollen vor allem die ethischen Hintergründe hervorgehoben werden: Die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Entwicklungsländern und die Kinderarbeit, die auch mit „gehobeneren“ Marken noch immer eng verbunden ist. Und aus welchem Grund? Weil wir einfach nicht genug bekommen können. Wie in allen anderen Lebensbereichen verhält es sich auch genauso mit der Mode: Wir wollen immer das Neueste, das Beste und Modernste.

Das Stichwort passend dazu ist Konsumgesellschaft. Eine Gesellschaft, die die Befriedigung seiner Bedürfnisse (auch über die Grundbedürfnisse hinaus) durch Konsum entsprechender Güter / Dienstleistungen gegen entsprechende Bezahlung sicherstellt. Eine solche Gesellschaftsform, wie sie in den Industrieländern wie unserem vorherrschend ist. Unsere Wirtschaft baut auf dem Gedanken des stetigen, nie endenden Wachstums auf – eine Theorie, die logisch (und mathematisch) betrachtet unmöglich ist. Dennoch wagt niemand, die Prinzipien des Kapitalismus infrage zu stellen. Aus Angst, vor dem was kommen mag? Aus Angst vor dem „bösen“ Kommunismus? Wir verdrängen erfolgreich, dass es so nicht weitergehen kann. Die Schulden wachsen ins unermessliche, die Ressourcen unseres Planeten werden immer weiter verschwendet. Wir leben in einer „Wohlstandsgesellschaft“, wie es die Politiker immer so schön ausdrücken. Nur leider wächst dieser Wohlstand auf den Schultern derer, die sich nicht wehren können – seien es die Tiere, die Umwelt oder Kinder in Bangladesch, welche die preisgünstige Kleidung von Modehäusern wie H&M nähen. Für mein Verständnis bringt die Konsumgesellschaft all diese negativen Aspekte mit sich.

Nach all der Schwarzmalerei komme ich nun aber auch nochmal auf meine persönlichen Berührungspunkte mit diesem Thema zu sprechen.  Zu behaupten, dass mich Mode nicht interessieren würde wäre gelogen, schließlich bin ich ein Mädchen (und einige Klischees muss selbst ich erfüllen 😀 ). An manchen Tagen mache ich mir mehr Gedanken über das, was ich anziehe als an anderen. Während meiner Arbeitszeit trage ich eher bequeme und praktische Kleidung, generell bevorzuge ich inzwischen eher schlichte Farben und einfache Muster. An manchen Tagen verspüre ich das Bedürfnis mich ein wenig mehr herzurichten – mal ein Kleidchen oder einen eleganten Rock, eine Bluse oder ein anderes feineres Oberteil. Es gibt Tage, da fühle ich mich sehr wohl in meiner Haut, an anderen eher weniger. Unterbewusst verfolgt uns alle das Bild des perfekten Körpers – lange Haare, schlanke, schöne geformte Figur, reine und ebenmäßige Haut. Mir geht es da wie vielen anderen jungen Frauen in meinem Bekannten- oder Freundeskreis – insbesondere eine Frau muss in den Augen der Kosmetikindustrie sowie der Modebranche perfekt sein und dieses Bild wird immer und überall suggeriert. Allerdings sollte eines klar sein: Kein Mensch ist perfekt.

Ich möchte mich den Anlässen entsprechend kleiden, allerdings achte ich dabei auch auf die Bestandteile. Leder, Wolle und Seide versuche ich zu vermeiden, allerdings mache ich in diesen Fällen auch Ausnahmen. Aber darauf will ich in einem weiteren Post zu diesem Thema, in welchem ich über besondere Kleidungsstücke, mit denen für mich eine ganz eigene Geschichte zusammenhängt, näher eingehen. Denn auch diese persönlichen Geschichten gehören zu Haulternative, allerdings würden diese wohl hier den Rahmen völlig sprengen.

Inzwischen kaufe ich nur noch Teile, die ich in dieser Form noch nicht besitze, wenn ich das Gefühl habe sie unbedingt brauchen zu müssen. Lieber gebe ich mehr Geld für wenige, hochwertigere Stücke aus, als für 100 Euro die halbe Primark Filiale kaufen zu können. Natürlich haben auch diese Marken ihre „Probleme“ mit der Kinderarbeit, allerdings  sind diese meistens qualitativ hochwertiger und halten dementsprechend länger. Kleidung ist für mich auch ein Weg meine Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen, Körperteile, die ich generell gerne an mir mag in den Vordergrund zu heben und andere zu kaschieren. Dennoch bin ich nicht das, was man als Fashion Victim bezeichnen würde. Trends gehen nicht alle an mir vorbei, einige gefallen mir, andere weniger. Mir persönlich gefällt es jedoch besser, wenn Personen durch ihren Style aus der Masse hervortreten. Gleichzeitig bewundere ich diese für ihren Mut mit der sie sich selbstbewusst ihrer Umwelt präsentieren. Abschließend möchte ich an dieser Stelle nur noch loswerden, dass dieser Beitrag erneut deutlich länger geworden ist, als ich eigentlich beabsichtigte. In nächster Zeit wird zudem die bereits angekündigte Fortsetzung folgen. Ich hoffe, dass ich einige von euch mit meinen Worten zum nachdenken anregen oder in anderer Art und Weise inspirieren konnte. Ich würde mich auch freuen, falls es Leute da draußen gibt, die ihre Meinung zu diesem Thema veröffentlichen. Liebend gern würde ich etwas davon lesen!

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Ein Gedanke zu “# Haulternative – Teil 1

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