Vegan? Darum!

Seit 4 Monaten verzichte ich neben Fleisch auch auf Milch und größtenteils (in Prozent ausgedrückt: um die 90) auch auf Eier. Da ich Ausnahmen mache, wenn ich außerhalb zum Essen eingeladen bin und nicht möchte, dass die Gastgeber sich meinetwegen große Umstände machen, würden mich andere nicht als vegan bezeichnen. Doch wenn ich eines gelernt habe dann das: Es spielt keine Rolle, was andere von dir / dem was du tust, denken. Schließlich ist es dein Leben und dein Körper – wer sollte sonst ein Recht haben darüber zu entscheiden, abgesehen von dir selbst? Und wie können andere Personen das beurteilen, was dir guttut und was du für dich als das richtige betrachtest?
Ich stehe noch ganz am Anfang meines „veganen“ Lebens. Viele Produkte und Rezepte probiere ich noch aus, andere habe ich inzwischen schon für meinen persönlichen Geschmack perfektioniert. Ich möchte nun zum einen über meine persönlichen Beweggründe, zum anderen über Einsteigertipps in den Veganismus schreiben. Natürlich bin ich keine studierte Biochemikerin, allerdings habe ich meine Informationen aus gut recherchierten Büchern, die ich am Ende für Interessenten einmal verlinken werde.

Ich habe an anderer Stelle schon einmal erwähnt, dass ich sehr tierlieb bin. Im Grunde genommen ist der Veganismus nur die konsequente Vollendung dieses Gedankens. Wenn ich die Massentierhaltung, das Leid der Tiere, nicht unterstützen möchte und aus diesem Grund kein Fleisch zu mir nehme, dann verhält sich dies ebenso bei Milch und Eiern. Auch diese Produkte werden inzwischen industriell produziert und haben nichts mehr mit der Vorstellung, wie sie von Landwirtschaft in unseren Köpfen verankert ist, zu tun. Man könnte nun anführen, dass durch Milch und Eierprodkution keine Tiere sterben. Doch, indirekt schon. Bei der Milchproduktion finden nur die weiblichen Kälber Gebrauch. Die männlichen werden kurz nach der Geburt getötet. Und am Ende des Lebens einer Milchkuh steht ebenso der Schlachthof. Bei Eiern verhält es sich ähnlich: Auch dort können nur die weiblichen Küken gebraucht werden, die männlichen landen wiederrum im Schredder, wo aus ihnen die klischeehaften Chicken McNuggets bei McDonalds werden. Auch das an dieser Stelle gern angeführte „Bio“ ist nur ein Euphemismus. Die „Bio“ Schweine haben ein wenig mehr Platz zur Verfügung, doch sie werden mit denselben Methoden wie herkömmliche Schweine geschlachtet. An dieser Stelle erscheint mir wieder einmal ein Zitat sehr angebracht: Du bist was du isst. Wenn du ein Schwein isst, dann isst du nicht nur das Fett, die Muskeln oder Organe des Tieres, sondern auch die Emotionen, die es in seinem wenige Monate langen Leben, insbesondere kurz vor der Schlachtung, verspürt hat: Angst und Schmerz. Eine wirklich unschöne Vorstellung, nicht wahr?

Auch mit den gesundheitlichen Aspekten habe ich mich in den letzten Monaten intensiv auseinandergesetzt. So konnte ich glaubwürdigen Quellen entnehmen, was für eine Wirkung tierische Proteine auf unseren Körper haben: Bei ihrer Verdauung entstehen stärkere Säuren, als bei der Verdauung von basischen Lebensmitteln. Der Körper des Menschen besitzt einen empfindlichen Säure-Base Haushalt, der durch die Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, maßgebend beeinflusst wird. Bei einem gesunden Menschen sollte der pH Wert im Blut morgens leicht sauer, tagsüber neutral und abends leicht basisch sein. Der pH Wert eines Lebensmittel sagt nichts darüber aus, wie es verstoffwechselt wird (Zitronen werden beispielswese basisch verstoffwechselt) Für die Einteilung von basischen und sauren Lebensmitteln gibt es Lebensmittel, die auf dem PRAL (Potential Renal Acid Load) Rechenmodell basieren. Der PRAL-Wert von Lebensmitteln liefert hier eine genaue Aussage, da er genau den Vorgang der Verstoffwechselung berücksichtigt. Eine übermäßig saure Ernährung, wie sie durch tierische Proteine verursacht wird, bringt dieses Gleichgewicht durcheinander. Um die anfallenden Säuren zu neutralisieren werden im Körper gespeicherte Anionen (negative Ionen um die H+ Ionen zu neutralisieren) beispielsweise aus den Knochen gelöst. Es hat einen Grund, weshalb bei Krankheiten wie Rheuma, Gicht und Osteoporose dazu geraten wird auf pflanzliche Nahrungsmittel umzusteigen. Auch Hautprobleme wie Akne oder Allergien können auf einen Säureüberschuss zurück zu führen sein.

Und noch ein kleiner Gedankenanstoß am Rande: Kuhmilch macht aus einem bei der Geburt etwa 30 – 40 kg wiegenden Kalb ein 200 kg schweres Jungrind. Nach knapp 6 Monaten beginnt das Tier mit der Aufnahme von Festfutter, doch bis dahin ist die Gewichtszunahme enorm. Es ist der natürliche Prozess der Natur, die eine derartig schnelle Entwicklung bei Säugetieren zur Folge hat. Milch ist eine wahre Fett- und Kalorienbombe. Wen wundert es, dass ein bevorzugtes Krankheitsbild in den Industrieländern starkes Übergewicht ist?

Ich bin inzwischen eine überzeugte Pflanzen(fr)esserin geworden. Pflanzen bestehen zu einem großen Teil aus Chlorophyll oder ähnlichen Pigmenten, die den gleichen Zweck erfüllen sollen: Sonnenlicht durch den Prozess der Photosynthese, wie wir alle im Biologie Unterricht gelernt haben, in Energie umzuwandeln. Mit jedem Apfel, jeder Kartoffel und jedem Blatt Salat nimmst du diese gespeicherte Sonnenenergie zu dir. Da bevorzuge ich doch eindeutig das (essbare) Sonnenlicht!

Menschen können grausam, egoistisch, größenwahnsinnig und destruktiv sein. Sie sind in der Lage nicht nur Tieren Leid zuzufügen, diese zu quälen und ganze Arten auszurotten, sie machen auch vor ihren Artgenossen keinen Halt. Sie führen Krieg gegeneinander oder verteufeln ganze Bevölkerungsgruppen einzig und allein wegen deren Hautfarbe oder aufgrund ihrer Religion. Der Mensch fühlt sich aufgrund seines Intellekts erhaben über diesen Planeten und seine Bewohner. Er steckt lieber unvorstellbare Summen in die Erforschung eines toxischen Planeten wie den Mars, statt sich um die Verschmutzungen und Geheimnisse vor seiner Haustür zu kümmern. Ich bin nur eine unter 7 Milliarden. Ich habe wenig Einfluss über mein Leben und was mit mir geschehen soll. Doch die wenigen Dinge, die ich beeinflussen kann, will ich nach meinem Willen lenken. Mein Körper soll kein Friedhof sein. Seit ich mich vegan ernähre, habe ich das winzige Gefühl, einen Teil zur Besserung der Situation beizutragen. Und das obwohl ich ein Teil dieser äußerst dummen und zerstörerischen Spezies namens Mensch bin.

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Bücher, die ich weiterempfehlen kann:
Skinny Bitch – die Wahrheit über schlechtes Essen, fette Frauen und gutes Aussehen – Rory Freedman & Kim Barnouin
China Study – Pflanzenbasierte Ernährung und ihre wissenschaftliche Begründung – T. Colin Campbell & Thomas M. Campbell

Und für alle, die das Thema genauer interessiert:
Ein Video der Youtuberin JessVeganLifestyle, in dem sie den Säure-Base-Haushalt erklärt:https://www.youtube.com/watch?v=e9fFVnX99RM

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