Lesemonat Mai 2016

Ich bin heute Morgen mit dem Gefühl aufgewacht, dass dies ein ganz schöner Tag werden könnte. Das Wetter wollte bei uns zwar nicht so richtig mitspielen (die vorherrschende Farbe war ein tristes Einheitsgrau), dennoch blieb das Gefühl bestehen. Der letzte Monat war stressig, meine Tage waren sehr eng getacktet und ich musste aufgrund der Krankheit einer Kollegin zusätzlich arbeiten. Ich hatte mir vorgenommen, diesen Beitrag bereits Ende Mai zu veröffentlichen. Nun ist es bereits Mitte Juni…

Aber schieben wir mal die ganzen lahmen Ausreden beiseite und beschäftigen uns mit dem eigentlichen Thema. Wie der Titel bereits erkennen lässt, soll es heute um „gelesene“ Bücher gehen. Ich war schon immer eine richtige Leseratte. Ein gutes Buch ist für mich deutlich mehr wert als der langweilige und eintönige Durchschnitt der Kinofilme. Bücher waren schon immer treue Wegbegleiter, auch wenn es Zeiten gab, in denen ich nicht so viel gelesen habe, da meine Interessen ein Stückchen verschoben waren. Sobald ich alt genug war um die ersten Buchstaben als Worte zu erkennen, hatte mich die Sucht erwischt. Wenn ich genauer zurückdenke, dann sogar noch früher. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie mein Vater meinen Geschwistern und mir immer vorgelesen hat. Ich verbinde schöne Kindheitserinnerungen damit, wie wir uns alle gemeinsam auf ein Sofa kuscheln, während die ruhige Stimme meines Vaters durch den Raum klingt. Als Kind fand ich besonders Fantasy Bücher, mit ihren bunten Welten und Fabelwesen, faszinierend. Eragon, Harry Potter und ähnliches lagen schon ungewöhnlich früh in meinen Händen und sind Teil meiner Kindheit. Wenn ich für eine Weile abtauchen wollte, nahm ich ein Buch zur Hand. Wenn ich einen schlechten Tag hatte, mich womöglich einsam fühlte, oder traurig war, dann las ich ebenso. Es klingt vielleicht kitschig, aber es ist die Wahrheit wenn ich sage, dass Bücher mit zu meinen treusten Freunden gehören.

Ich möchte nun von den Büchern berichten, die im Mai ihren Weg in mein Bücherregal gefunden haben und versuchen ein möglichst kurzes (wie ihr vielleicht schon gemerkt habt neige ich zu langen Texten) persönliches Fazit geben. Auch möchte ich einige kurze Informationen rund um das Buch vorstellen, allerdings ohne zu viel vorne weg zu nehmen, falls es den einen oder anderen gibt, der dieses Buch noch lesen möchte.

  1. Mercedes – Stephen King

Klappentext:

Eine wirtschaftlich geplagte Großstadt im Mittleren Westen der USA. In den frühen Morgenstunden haben sich auf dem Parkplatz vor der Stadthalle Hunderte verzweifelte Arbeitsuchende eingefunden. Jeder will der Erste sein, wenn die Jobbörse ihre Tore öffnet. Im Morgendunst blendet ein Autofahrer auf. Ohne Vorwarnung pflügt er mit einem gestohlenen Mercedes durch die wartende Menge, setzt zurück und nimmt erneut Anlauf. Es gibt viele Tote und Verletzte. Der Mörder entkommt. Noch Monate später quält den inzwischen pensionierten Detective Bill Hodges, dass er den Fall des Mercedes-Killers nicht aufklären konnte. Auf einmal bekommt er Post von jemand, der sich selbst der Tat bezichtigt und ein noch diabolischeres Verbrechen ankündigt. Hodges erwacht aus seiner Rentnerlethargie. Im Verein mit ein paar merkwürdigen Verbündeten setzt er alles daran, den geisteskranken Killer zu stoppen. Aber der ist seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus.

Auf Stephen King gekommen bin ich durch meinen Vater, der ein großer Fan des Autors ist. Einige Klassiker wie „Es“ und „Friedhof der Kuscheltiere“ habe ich mir einmal von ihm ausgeborgt. Eigentlich bin ich keine Liebhaberin von Krimis. Doch Stephen King gehört meiner Meinung nach zu einem meisterhaften Autor in diesem Genre. Mit Mr. Mercedes hat er ein von der ersten Seite spannungsvolles Buch (welches der Auftakt zu weiteren Bändern dieser Reihe werden soll) geschaffen, das mir von der ersten Seite an sehr nah ging. Mit dem Protagonisten Bill Hodges, einem pensionierten Polizisten, konnte ich mich zwar nicht identifizieren, dafür fand ich das Bild des Täters, in dessen Kopf King immer wieder Einblicke gewährt, umso spannender. Die menschliche Psyche ist für mich ein sehr komplexes und faszinierendes Gebilde. Besonders die Gedanken von solchen Persönlichkeiten, auch wenn sie der Fiktion des Autors entspringen, faszinieren mich. Das Buch ist ein guter Einstieg für alle, die Stephen King bisher noch nie gelesen haben, Krimi oder Thriller Fans.

  1. Peace Food – Dr. Rüdiger Dahlke

Klappentext:

Unsere Ernährung kann uns krank machen – oder heilen. Dies ist das flammende Plädoyer des Ganzheitsmediziners Rüdiger Dahlke für eine Ernährung des Friedens. Aus seiner Sicht enthält unsere Nahrung zu viel Totes und macht deshalb unglücklich. Die Auswirkung der Angsthormone des Schlachtviehs auf unsere Seele sind zwar noch nicht erschöpfend erforscht, eine umfangreiche chinesische Langzeitstudie hat aber zweifelsfrei bewiesen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Krebsinzidenz gibt. Und Krebs ist aus Dahlkescher Sicht eindeutig eine Krankheit der Seele. Diesem Szenario stellt er die heilende Ernährung entgegen: Die neuesten neuroendokrinologischen Erkenntnisse zeigen welche Hormone unsere seelische Balance bestimmen und wie sie mit hochwertigen Kohlenhydraten und Fetten befeuert werden. Kein Dahlke-Buch ohne direkten Nutzen: Ein Rezeptteil mit dreißig veganen Genussrezepten zeigt, wie schmackhaft Nahrung für die Seele sein kann.

Meine Tante (die Veganerin) gab mir den Tipp, dieses Buch zu lesen. Ich war bisher der Meinung schon viel über Ernährung und Gesundheit zu wissen, doch dieses Buch führte mir vor Augen, dass dem nicht so war. Es bezieht sich auf verschiedene wissenschaftliche Studien, häufig Zitate aus der China Study, woraus der Autor seine eigenen Schlussfolgerungen zieht und diese gleichzeitig mit persönlichen Erfahrungen an seinen eigenen Patienten oder an sich selbst verbindet. Ein wenig gewöhnungsbedürftig war für mich der wiederkehrende Gedanke der „Seele“, da ich kein Gläubiger Mensch bin. Im weiteren Verlauf des Buches empfand ich es jedoch immer weniger als störend und begann auch meinen Blickwinkel ein wenig auf diese philosophische Sichtweise zu verschieben. Die erste Hälfte des Buches zeigt Auswirkungen von tierischen Produkten auf die Gesundheit auf, während die zweite sich mit der Nahrungsmittelproduktion (Massentierhaltung usw.) beschäftigt. Auch hier musste ich wieder feststellen, dass ich nicht so „abgeklärt“ war, wie ich dachte. Als ich eine ganz bestimmte Stelle las, musste ich sogar mit den Tränen kämpfen. Letztendlich würde ich dieses Buch allen empfehlen, die sich über das Thema Gesundheit informieren möchten. Gleichzeitig würde ich dieses Buch auch allen Fleischessern ans Herz legen. Es würde mich doch brennend interessieren, wie viele besonders den letzten Teil lesen könnten, ohne wie ich fast in Tränen auszubrechen.

  1. Über uns der Himmel, unter uns das Meer – Jojo Moyes

Klappentext:

Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …

Ich kenne die Autorin seit 2 Jahren, nachdem ich ihren Bestseller Roman „Ein ganzes halbes Jahr“ im Urlaub auf Teneriffa verschlang. Obwohl die klassischen Liebes Romane nie mein Genre waren, konnte ich dieses Buch bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen (und warte sehnsüchtig auf den bald kommenden Kinofilm). Auch das neueste Buch der Autorin klang für mich auf den ersten Blick ansprechend (und auch das Cover macht einen wunderschönen Eindruck), sodass ich es schließlich aus der Buchhandlung bei uns in der Stadt mitnahm. Mir gefallen Romane aus vergangenen Zeiten, auch wenn ich mich bisher noch nicht so recht an historische Romane herangetraut habe. Schön an diesem Buch fand ich die verschiedenen Charaktere, alles junge Frauen, deren Schicksal miteinander verbunden ist. Sie alle haben verschiedene Geschichten, scheinen auf den ersten Blick so unterschiedlich (und teilweise nicht zusammenpassend), doch entwickeln sie im Verlauf der Geschichte eine immer engere Bindung bis hin zu einer Freundschaft. Der Schreibstil der Autori gefällt mir sehr. Trotz der Gefühlsduselei schafft sie es nicht kitschig zu werden. Ihre Worte lesen sich flüssig und einfach schön und schaffen es immer wieder, mich in eine andere Welt zu ziehen. Das Buch blieb bis zum Ende spannend. Ich wollte unbedingt wissen, welche von den jungen Frauen die ältere Dame, die den Flugzeugträger an einem indischen Strand wiederfand, war. Aber keine Sorge, ich werde es an dieser Stelle natürlich nicht verraten 😉

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Ich persöhnlich habe wirklich Lust auf ein solches Format, insbesondere deshalb, da ich im Moment wieder so richtig im Lese Fluss bin und ständig ein Buch in der Hand habe. Ihr könnt euch also schon einmal mit dem Gedanken anfreunden, in nächster Zeit regelmäßig über „langweilige“ Bücher zu lesen. Ich hoffe dennoch, dass dem einen oder anderen diese Beitrage gefallen und ich womöglich auch Anregungen geben konnte oder euch zum Lesen eines bestimmten Buches inspirieren konnte!

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