Lesemonat Juli 2016

As ich die Überschrift für diesen Post schrieb, meinte die Stimme in meinem Kopf: “Ein bisschen spät für einen Juli Post, oder?“ Dieses gehässige Biest. Aber weißt du was? Manchmal sollte man den ach so gut gemeinten Ratschlag dieser einfach ignorieren. So wie ich in diesem Moment.

Auch im Juli sind wieder einige Bücher in meinen Händen gelandet. Ich habe mir die Bücher in der festen Überzeugung, sie an sommerlich-warmen Nachmittagen am See lesen zu können, gekauft. In diesem Punkt hatte die leise Stimme, die nicht so recht an einen schönen Sommer in Deutschland glauben wollte, leider recht. Ich meine: Schön, Sommer und Deutschland scheinen Wörter zu sein, die es so in einem Satz nicht zu geben scheint. Oder vielleicht ist das zickige Wetter doch mit dem Klimawandel zu begründen? Ich weiß jedenfalls nicht so recht, was ich davon halten soll.

Aber um nicht weiter um den heißen Brei herumzureden (oder besser gesagt: zu schreiben) und diejenigen, die es hassen Seitenlanges Geschwafel über so banale Dinge zu lesen, kommt als nächstes ohne Umschweife meine kleine Auflistung. Viel Spaß damit :3

  1. Ich und die Menschen

Dieses Buch gehört eindeutig in die Kategorie Spontankauf. Ich stöberte mal wieder durch eine große Buchhandlung in der Innenstadt Hannovers, als mir dieser Roman ins Auge stach. Der Titel hat mich sofort angesprochen und auch der Klappentext klang für mich recht interessant:

Ein Roman »mit einem ganz großen Herzen« Daily Express

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

Das Buch ist sehr amüsant und oftmals auch skurril. Man bekommt einen Einblick, wie für uns so normal wirkende menschliche Verhaltensweisen auf „Außenstehende“ wirken können. In einem unendlich großen Universum können wir nicht die einzige „intelligente“ Spezies sein. Der Autor spielt mit eben jenem Gedanken. Die Außerirdische Spezies, die Matt Heig erschafft hat, besitzt durch ihre hohe Intelligenz und die Fähigkeit zu logischem und abstraktem Denken ihren ganz eigenen Charme. Ich kann das Buch jedem, der nach einer unterhaltsamen Lektüre für den Urlaub sucht nur sehr empfehlen. Es gab Situationen, die mich Schmunzeln ließen. Gleichzeitig hat das Buch mich aber auch in gewissen Momenten ein wenig zum Nachdenken angeregt. Wer ein wenig Gefühl und Tiefgang sucht, ist mit diesem Roman meiner Meinung nach ebenfalls sehr gut beraten.

  1. Blackout

Dieses Buch habe ich im Regal meiner Schwester entdeckt. Sie hat es selbst noch nicht gelesen (Ich glaube es war ein Weihnachtsgeschenk) und hat es mir somit bereitwillig zum Lesen gegeben. Der Klappentext lautet wie folgt:

Ist Fortschritt ein Rückschritt? – Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es bald nicht mehr. Der Countdown läuft …

An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, zu den Behörden durchzudringen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, werden dubiose E-Mails auf seinem Computer gefunden. Selbst unter Verdacht wird Manzano eins klar: Ihr Gegner ist ebenso raffiniert wie gnadenlos. Unterdessen liegt Europa im Dunkeln, und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung: Überleben.

Der Autor Marc Elsberg spielt mit der Angst und der Sorge seiner Leser. Terrorismus ist auch im Moment in Anbetracht der aktuellen Anschläge in Europa ein sensibles Thema. Wir wissen alle, wie empfindlich unsere modernen Technologien sind. Alles ist von Elektrizität abhängig. Ohne diese würde alles zusammenbrechen. Genau diese Situation tritt in Blackout ein. Ein hochspannendes Buch, das mich bis zur letzten Seite gefesselt hat. Der Realitätsbezug, den der Autor durch seine häufigen Perspektivwechsel herstellt, tut neben dem Thema als solches sein Übriges, um den Leser vollkommen in die Gefahr und Dramatik der beschriebenen Situation einzuführen. Das Buch zwingt einen dazu noch intensiver über unsere heutige Lebensweise nachzudenken. Es stellt einem deren Instabilität direkt entgegen. Das Buch ist kein Roman, der sich „wie von alleine“ liest. Es werden eine Reihe technische und auch politische Verfahren genau geschildert. Davon sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen. Dieses Buch ist mein absoluter Favorit im letzten Monat gewesen. Und es hat mich unglaublig neugierig auf andere Werke des Autors werden lassen. Also greif zu!

  1. Lady Midnight

Klappentext:

Niemals wird sie den Tag vergessen, an dem ihre Eltern starben. Die 17-jährige Emma Carstairs war noch ein Kind, als sie damals ermordet wurden, und es herrschte Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, die Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute nicht, dass ihre Eltern Opfer dieses dunklen Krieges wurden, sondern dass sie aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und Emma hat Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Eine mysteriöse Mordserie sorgt für große Unruhe in der Unterwelt. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen, ähnliche Zeichen wie sie auch auf den Körpern von Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie dafür ihren engsten Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn in große Gefahr bringt …

Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich hier einmal über ein Buch von Cassandra Clare schreibe.  Die amerikanische Autorin ist eine fantastische Schreiberin. Ihre Texte lesen sich so schön und flüssig. Sie schafft es mit ihren Worten ganze Welten vor meinen Augen entstehen zu lassen. Ich kann mich vollkommen in ihre Charaktere einfühlen. Das Buch ist der Auftakt einer weiteren Buchreihe neben „den Chroniken der Unterwelt“ und der „Clockwork“-Reihe. Das Schattenjäger Universum hat es mir seit meiner Jugend angetan, weshalb ich, als ich das Buch bei uns in der Buchhandlung sah, nicht daran vorbeigehen konnte. Das Buch ist nicht nur etwas für Kenner einer der anderen Reihen der Autorin, sondern es kann auch den Einstieg in die Welt als solches bilden. Altbekannte Charaktere finden einen mehr oder weniger langen Auftritt und solche, die in den vorherigen Büchern nur kurz angerissen wurden finden ihren besonderen Platz. Das Buch kann ich darüber hinaus jedem, der einen Hang zur Fantasy / Urban Fantasy hat. Man sollte darüber hinaus auch nicht tieferen Gefühlen wie Liebe und Freundschaft, die in Clares Büchern schon immer eine große Rolle gespielt haben, abgeneigt sein. Eine Spur Tragik und Drama kommt in ihren Büchern auch nie zu kurz. Wer es lieber kurz und auf den Punkt gebracht mag, wird an den Büchern jedoch keine Freude haben (sie umfassen meist um die 700 – 800 Seiten). Dennoch habe ich Lady Midnight in kurzer Zeit verschlungen und erwarte mit Vorfreude die Fortsetzungen.

Und diese 3 Bücher waren noch nicht alles! Im August war ich wieder eine fleißige Leseratte…

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