# Haulternative – Teil 2

Ich dachte mir, dass es nun, einige Monate später, mal an der Zeit für die geplante Fortsetzung ist. In meinem vorherigen Post (# Haulternative – Teil 1) habe ich einige moralische Aspekte angesprochen. Beispielsweise das Thema Konsum, welches in unserer Gesellschaft, die auf den Grundlagen des Kapitalismus aufgebaut ist, eine tragende Rolle spielt. Ich habe das Gefühl, das für viele (besonders Frauen) das Kaufen bestimmter Produkte, seien es Kleidung oder Beauty Produkte, beinahe eine Suchtbefriedigung darstellt. Ich bin einmal ganz ehrlich: Wen erfüllt es nicht mit Freude, beinahe Glck, wenn ein Paket von ASOS oder Zalando ankommt, man die neue Ware auspacken und sie im Besten Fall auch noch bewundern und behalten kann? Wem gefallen nicht die bewundernden Blicke und Worte anderer Menschen? Der Wunsch nach Verbindung und Zugehörigkeit ist in unserem menschlichen Wesen fest verankert. Es ist ein Punkt, der uns neben unserer Selbstwahrnehmung (Ich-Wahrnehmung) und einigen weiteren Aspekten zu Menschen macht, uns von den Tieren abhebt, oder nach der allgemeinen Meinung sogar über sie erhebt. Doch diese Frage, weshalb wir meinen, als Spezies auf diesem Planeten, über allen anderen zu stehen, ist ein ganz eigenes Thema und bietet sicherlich genug Stoff für Diskussionen.

Ich möchte ein kurzes Feedback zum Thema Minimalismus geben, auf welches ich im vorherigen Post ebenfalls eingegangen bin. An meiner grundsätzlichen Einstellung hat sich in diesem Punkt noch immer nichts geändert. Zudem versuche ich auch mehr und mehr auf sogenannte Fair Fashion (also Kleidung, die biologisch, nachhaltig und moralisch vertretbar produziert wurde) umzusteigen. Mit Begeisterung habe ich kürzlich gesehen, dass nun auch Zalando Kleidung der Marke ArmedAngels im Sortiment hat, doch darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe von schönen und auch Preislich erschwinglichen Marken und Online Stores. Doch auch dieses Thema hätte einen ganz eigenen Post verdient.

Zu einem Haul gehört auch immer, dass man über Produkte als solches spricht. Eben dies will ich hier nun tun und euch meine liebsten Stücke, mit denen ich eine „emotionale Verbindung“, wie ich es so schön nennen, über die Jahre eingegangen bin. Es geht hierbei eher um allgemeine Produkte. Gerne hätte ich auch Bilder in meinen Post mit eingebunden, allerdings besitze ich keine (nicht mal eine einfache) Kamera, um diese für euch festzuhalten. Dies wäre ein weiterer Punkt, den ich auf meiner Wunschliste ergänzen könnte. (An dieser Stelle habe ich mir eine kleine gedankliche Notiz an mich selbst gemacht.)

  1. Lederjacken

Ich höre fast schon die veganer aufschreien. „Wie kannst du nur Leder tragen?!“ Ich sehe förmlich die anklagenden Finger, die auf mich gerichtet sind. Es ist ebenfalls eine menschliche Eigenschaft das eigene Verhalten mit fadenscheinigen Argumenten, je nach Bedarf, zu stützen. Ich bin mir der unschönen Konsequenzen der Lederproduktion bewusst, habe Dokumentationen über die Weiterverarbeitung der Kuhhaut zu diesem Stoff in Entwicklungsländern gesehen. Junge Menschen, die bis zu den Knien in giftig verseuchtem Flusswasser stehen. Und dennoch: Ich kann es mit meinem Gewissen vereinen, wenn ich regelmäßig die beiden Lederjacken, die sich seit mehreren Jahren in meinem Besitz befinden, trage. Lederjacken sind das einzige Produkt, bei welchem ich wirklich dieses große Augenmerk auf die Echtheit des Leders lege. Lederjacken verströmen ihren ganz eigenen Stil, fühlen sich gut auf der Haut an, sind aufgrund des Materials atmungsaktiv. Und vor allem: Sie halten eine gefühlte Ewigkeit. Ich werde meine beiden Jacken auf keinen Fall wegschmeißen. Selbst dann nicht, wenn ich eines Tages für mich beschließen sollte ach vollkommen vegan zu leben.

  1. Chucks

Chucks waren und sind nach wie vor, meine ganz große Liebe. Auch wenn diese Schuhe immer als unbequem und schlecht für die Füße angepriesen werden, ich bin ein Chucks-Mädchen. Viel mehr gibt es dazu eigentlich auch nicht zu sagen.

An der Kürze dieser Lite sieht man eigentlich schon eines ganz klar: Ich bin nicht auf Marken fixiert. Ich konnte noch nie verstehen, weshalb man für ein Produkt hunderte oder tausende von Euros ausgeben musste, nur damit dort der Name eines Designers steht. Dabei fließt natürlich der Großteil des Geldes in die Taschen eben dieses, die Produkte werden meistens weder „gerecht“ produziert, noch sind die Materialien von überdurchschnittlich guter Qualität. Mit dieser Aussage beziehe ich mich eher auf herkömmliche Designer a la Channel und Gucci. Minimalismus ist das Wort, welches unterm Strich für mich übrigbleibt. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, macht weder Geld als solches, noch Konsum glücklich. Geld gibt uns Sicherheit, eröffnet uns Möglichkeiten und verleiht uns leider) wie wir am Beispiel Donald Trumps sehen können auch Macht. Zum Thema Konsum fällt mir noch eines ein: Es hat einen Grund, weshalb wir von einem Drogenabhängigen auch von einem Konsumenten sprechen. Viele von uns sind gefangen in der schillernden Werbewelt, den gut duftenden Parfums und schillernden Klamotten. Wir wollen immer mehr und mehr und mehr. Am Ende ist unser Portemonnaie leer, doch die Taschen der Unternehmer, Aktionäre und Bankiers bis zum Bersten gefüllt. Konsum gibt uns wie die Heroinspritze zwar einen kurzen Kick, beschert uns womöglich Glücksgefühle. Doch wirklich glücklich kann uns etwas, das von materiellen Dingen abhängt, meiner Meinung nach auf keinen Fall machen.

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