Die Angst vor der Freiheit _ #Schrei(b) alles raus

Ihre Hände zittern leicht und unkontrolliert, das Herz schlägt ihr bis zum Hals. Bewegungslos steht sie da, beobachtet. Menschen, die einander offen und freundlich anlächeln. Die Klänge unzählig verschiedener Stimmen liegen in der Luft. Lachen hallt zu ihr hinüber.

Ich bin ein Mensch, der sich vor dem Fremden, dem Unbekannten fürchtet. Das bekannte, sichere Fahrwasser hinter mir zu lassen fällt mir nicht leicht. Und doch weiß ich, dass ich nur so persönlich wachsen und neue Erfahrungen sammeln kann. Erfahrungen, die womöglich meine Sicht auf die Welt und seine Bewohner verändern. Oder die Einstellung zu mir selbst zu etwas gänzlich Anderem wandelt, mich wie Wachs in den Händen biegt und verformt. Es gehört auch immer Mut dazu, etwas Neues zu wagen.

Die Zeit verstreicht. Sekunden werden zu Minuten. Blicke wandern auch in ihre Richtung. Einige huschen schnell vorbei, andere verharren für einen kurzen Augenblick. Sie beobachtet und wird ebenso beobachtet. In dieser Hinsicht sind sie alle gleich. Ein schüchternes Lächeln. Sie holt einmal tief Luft.

Weshalb fürchten wir uns? Haben wir Angst, über die vielen kleinen Hürden, die wir bis zu unserem persönlichen Ziel überwinden müssen, zu stolpern? Würden wir uns von den blauen Flecken oder womöglich schlimmeren Verletzungen wie Knochenbrüchen davon abhalten lassen weiterzulaufen? Und würden wir somit zulassen, dass das Ziel in immer weitere Ferne rückt, langsam verblasst und unerreichbar für uns wird? Wir fürchten uns zu scheitern.

Doch wir definieren uns nicht nur über uns selbst. Unsere Umwelt trägt auch entscheidend dazu bei, wie wir uns selbst sehen. Wir sind ein kleiner Teil eines Gesamtwerkes. Ein Zahnrad in einer Maschinerie. Ein Pinselstrich in einem Ölgemälde. Wenn alle um uns herum in den Farben grün und blau gemalt sind, dann tendieren auch wir zu diesen. Oder wir stechen in einem grellen roten Farbton beinahe schon verzweifelt aus der Masse heraus. Wir wollen krampfhaft individuell sein unter unzähligen Individualisten. Wir wollen einzigartig, doch dennoch nicht allein sein.

Dann fasst sie sich ein Herz. Obwohl ihre Beine sich zittrig und wie Wachs anfühlen, setzt sie sich in Bewegung und geht zu den anderen hinüber.

Ich brauche keine Angst zu haben. Am Ende sind wir alle Mensch. Und wenn ich stolpern sollte, stehe ich wieder auf, klopfe mir den Staub von der Hose und nehme einen neuen Anlauf.

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Hiermit möchte ich meine eigene kleine Kolumne ins Leben rufen. Wie der Titel schon sagt, wird es hier um verschiedene Themen gehen. Einige sind sehr persönlich (wie dieser hier) andere verlangen, dass ich meine Gedanken dazu in irgendeiner Form festhalten und verdeutlichen kann. Kennt ihr das Gefühl, dass ich in diesem Post beschrieben habe auch?

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