Lesemonat September 2016

Auch der September neigt sich im Laufe dieser Woche langsam aber sicher dem Ende zu. Dieser Monat war seltsam: Das Wetter zeigte sich nicht so, wie man es von einem Monat zu Beginn des Herbstes erwarten würde.  Anfang September machte ich sogar noch einen kleinen Abstecher in ein Freibad bei uns in der Nähe. Bei Temperaturen an die 30 Grad könnte man meinen, man befände sich noch im August oder Juli. Hierzulande war das Wetter also sommerlich warm, während Mallorca Urlauber zu der gleichen Zeit in düsteres und tristes Regenwetter gehüllt wurden. Wie ärgerlich, wenn man sich doch gerade diese Jahreszeit ausgesucht hatte um dem erwarteten Regenwetter Deutschlands zu entfliehen. Ich habe einmal wieder einige Bücher gelesen, wenn ich in der Sonne lag. Von diesen möchte ich nun berichten

1. Green for life

Dieses Buch stand schon ein paar Wochen in meinem Bücherschrank, es kostete mich allerdings ein wenig Überwindung es zu lesen. Meine Erwartungen waren sehr niedrig gehalten, doch beim Lesen wurde ich schließlich eines Besseren belehrt. Die Autorin schildert mit persönlichen Hintergründen und wissenschaftlich-medizinischen Fakten die Vorteile einer Ernährung, in der grüne Smoothes mit eingebaut werden. Zuvor habe ich mit dem Gedanken gespielt mir einen Entsafter zuzulegen, da ich davon überzeugt war, dass durch das Pressen eines Saftes wesentlich mehr Vitamine und Antioxidantien aufgenommen werden können. Dieses Buch ließ mich Umdenken und veränderte meine Sichtweise zu den sogenannten Detox Saftkuren, die ich bis dahin als sinnvoll betrachtet hatte. Erstaunlicherweise ist dies ein Buch, dass ich nicht nur Veganern empfehlen würde. Der Autorin gelingt es über den Begriff Gesundheit zu sprechen, ohne einmal das Wort vegan nieder zu schreiben, was ich wirklich erstaunlich fand. Obwohl vieles aus medizinischer und wissenschaftlicher Betrachtungsweise geschildert wird, einige Statistiken und Diagramme aufgeführt werden, ist das Buch leicht zu lesen und zu verstehen. Zudem sind auf den letzten Seiten einige Grüne Smoothie Rezepte aufgeführt, von denen ich einige auch schon ausprobiert habe. Sie haben mir wirklich geschmeckt, allerdings habe ich mich bisher noch nicht an die herzhaften Rezepte herangetraut. Ein Smoothie aus Blattsalat, Zitrone, Avocado, Basilikum und Sellerie? Klingt für mich nach einem pürierten Salat…

2. Eine Handvoll Worte

Jennifer Stirling müsste eigentlich glücklich sein: Sie führt ein sorgloses Leben an der Seite ihres wohlhabenden Mannes. Doch ihr Herz gehört einem anderen – und er bittet sie, alles für ihn aufzugeben.
2003. Ellie Haworth hat ihren Traumjob gefunden: Sie ist Journalistin bei einer der führenden Zeitungen Londons. Eigentlich müsste sie glücklich sein. Doch der Mann, den sie liebt, gehört einer anderen.
Eines Tages fällt Ellie im Archiv ein Jahrzehnte alter Brief in die Hände: Der unbekannte Absender bittet seine Geliebte, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm nach New York zu gehen. Als Ellie diese Zeilen liest, ist sie erschüttert. Was ist aus den beiden und ihrer Liebe geworden? Sie stellt Nachforschungen an und stößt auf Jennifer: eine Frau, die alles verloren hat. Alles, außer einer Handvoll kostbarer Worte.
Wer die Liebe nicht kennt, kennt nichts. Wer sie hat, hat alles.

So lautet der Klappentext des Romans von Jojo Moyes („Ein ganzes halbes Jahr“). Die Autorin hat es mir, wie man nur unschwer erkennen mag, wirklich angetan. Dies ist nun schon das dritte Buch, welches es in meine Hände geschafft hat. Der Schreibstil der Autorin ist einfach wunderschön, flüssig und leicht (auch die deutsche Übersetzung dazu) und wie ihre anderen Bücher auch würde ich dieses ebenfalls in die Kategorie „Sommer/Urlaubs Romane“ einteilen. Ich habe mich mit diesem Buch in die Sonne im Garten oder am See gesetzt und bin ins 20. Jahrhundert eingetaucht. Bis ich die Autorin für mich entdeckte, hielt ich nicht sonderlich viel von klassischen Liebesromanen, in denen die Liebe als Handlung im Fokus der Geschichte steht. Doch Jojo Moyes hat es geschafft mich mit ihren Büchern davon zu überzeugen, dass dieses Genre nicht so schnulzig sein muss, wie ich dachte. Über die Handlung verliere ich lieber nicht zu viele Worte. Nur eines muss gesagt werden: Wer Romane, die in einem anderen Jahrhundert als dem unseren angesiedelt sind mag, wird auch dieses Buch lieben.

3. Die Anatomie der menschlichen Destruktivität

Krieg, Gewalttätigkeit, Verbrechen haben ein Ausmaß erreicht, das die Aufdeckung ihrer Ursachen zu einer Frage des Überlebens macht. Keine Lösung, allenfalls Entlastung für das schlechte Gewissen, bietet die These, mit der Konrad Lorenz berühmt wurde. Er erklärte die menschliche Aggression zum Naturgesetz, zum angeborenen Trieb, der vielleicht zu kanalisieren, aber nicht zu unterbinden sei. Ihm erteilt Erich Fromm, einer der bedeutendsten Sozialpsychologen unserer Zeit, eine radikale Absage.
Er beschreibt detailliert – am eindringlichsten in den brillanten Studien zu Stalin, Himmler und Hitler –, aus welchen individuellen und sozialen Ursachen die Unfähigkeit, zu lieben und sich rational zu verhalten, erwächst und wie sie notwendig zu der Leidenschaft führt, Leben entweder absolut zu kontrollieren oder zu vernichten.

Von einem Liebesroman ist dies doch ein gewaltiger Sprung. Und dennoch habe ich nun schon das zweite Buch des Sozialpsychologen Erich Fromms in recht kurzer Zeit gelesen. Das Buch ist alles andere als ein einfaches Buch. Die Sprache ist sehr wissenschaftlich (mit vielen Fußnoten und Fachausdrücken) und man merkt dem Stil deutlich an, dass dieser aus einer anderen Zeit stammt. Das Werk erschien in den 1970ern und dennoch ist es immer wieder erstaunlich, wie aktuell einem die Werke Fromms im heutigen Kontext erscheinen. Trotz allem habe ich mich nicht davon abschrecken lassen und mich durch dieses Buch gekämpft (was ein unpassendes Wort im Bezug auf den Kontext des Buches ist). Die menschliche Psyche ist sehr komplex und dennoch faszinierend. Fromm geht insbesondere auf die Destruktiven und gewalttätigen Eigenschaften des Menschen ein, denn der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches sich destruktiv gegenüber seinen eigenen Artgenossen verhält. Fromm sucht Ursachen dafür, stellt Theorien auf und versucht diese anhand historischer Beispiele (zum Beispiel durch Adolf Hitler) zu untermauern. Es ist nicht ganz leicht, aber wer sich für die Thematik interessiert kann sich durch dieses Buch arbeiten und ist danach um einige wesentliche Informationen reicher.

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Auch dies soll wieder einen kleinen Eindrück darüber vermitteln, welche Bücher mir zusagen. Gerne würde ich Empfehlungen von euch aufnehmen und mir ansehen, also hinterlasst gerne einen Kommentar. Bis dahin wnsche ich euch eine ruhige letzte September Woche. Wir sehen (ode lesen) uns dann wieder Anfang Oktober.

Eure Anna :3

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